Ein Tag im Leben einer Marketingfachfrau

Beobachten, analysieren, planen, kreieren, schreiben, digitalisieren, umsetzen und beraten. So breit gefächert ist das Tätigkeitsprofil einer Marketingfachfrau. Nebst grosser kreativer Begabung sind auch analytische Fähigkeiten mitzubringen, denn die Marketingbranche verlangt exakte Berechnungen des aktuellen Marktes. Um einen detaillierten Einblick in diese spannende Berufsbranche zu erhalten, haben wir uns mit einer Frau vom Fach unterhalten. Sie wird Ihnen genau erläutern, welche Eigenschaften für diese Berufswahl unabdingbar sind und wie genau der Alltag einer/s Marketingfachfrau/manns aussieht.

Welche Ausbildung haben Sie absolviert, um als Marketingfachfrau arbeiten zu können?
Lucy Mortasini: Als ich mich damals dazu entschieden habe, die Ausbildung als Marketingfachfrau zu machen, musste ich zuerst die MarKom, eine Zulassungsprüfung, absolvieren. Der Kurs dauerte fünf Monate und prüfte alle Teilnehmer auf Herz und Niere, ob wir auch wirklich für diesen Beruf geeignet sind. Ab dem Jahre 2018 wird diese Zulassungsprüfung aber abgeschafft.

Um die Ausbildung als Marketingfachfrau/mann starten zu können, sind zwei Jahre Berufserfahrung im Marketing- oder Verkaufsbereich erforderlich. Doch als ich erstmals mit der Ausbildung starten konnte, wartete auf mich eine breite Palette an spannenden und abwechslungsreichen Fächern, wie integrierte Kommunikation, Distribution, Rechnungswesen, Marketing, Marktforschung und Statistik. Diese bereiteten mich auf meine jetzige Laufbahn optimal vor.

Die Ausbildung kann in einem knappen Jahr oder in eineinhalb Jahren absolviert werden. Ich habe Sie in elf Monaten abgeschlossen mit einem Arbeitspensum von 100%. Dies war zwar relativ anspruchsvoll, doch die Zeitdauer war absehbar und somit gut machbar.

Wie gestaltet sich Ihr Berufsalltag als Marketingfachfrau?
Lucy Mortasini: Der Arbeitsalltag einer Marketingfachfrau ist stark von der Branche abhängig. In meinem jetzigen Job, in der Beratung, trage ich in verschiedenen Projekten die Verantwortung. Ich übernehme kleine Projekte, wie das Organisieren von Inseraten, bin aber andererseits für die selbständige Abwicklung von unterschiedlichen Massnahmen wie Print, Out-Of-Home, TVC, Radio, POS, Banner und Promotionen verantwortlich.

Bei einem grossen Projekt sitze ich zuerst mit einem Kunden zusammen und finde in einem gemeinsamen Gespräch heraus, wie sich der Kunde das Projekt genau vorstellt. Danach liegt es an mir, die Wünsche des Kunden zu realisieren. Nebst Strategien stelle ich dafür auch genaue Kostenvorschläge inklusive Budgetkontrollen auf. In einem nächsten Schritt werden dem Kunden unsere Ideen präsentiert und wir einigen uns auf eine Vorgehensweise.

Was sind die Vorteile dieses Berufes?
Lucy Mortasini: Das schönste an meinem Beruf ist die Abwechslung. Nie kann ich voraussehen, was der nächste Tag mit sich bringt. Jeder Kunde hat wieder neue Ideen und neue Wünsche, die es zu realisieren gilt. Auch der intensive Kundenkontakt und die enge Zusammenarbeit mit allen internen Stellen, machen diesen Job zu etwas Besonderen.

Welche Nachteile bringt diese Berufswahl mit sich?
Lucy Mortasini: In meiner Branche sind es wohl die Arbeitszeiten. Morgens um 8.00 Uhr beginnen und abends pünktlich gehen, ist in dieser Berufsrichtung praktisch nicht möglich. Oft müssen letzte Änderungen angepasst, einer Präsentation den letzten Schliff verpasst oder ein Briefing fertig gelesen werden. Da unsere Kunden auf uns zählen, müssen diese Überstunden geleistet werden. Jedoch bin ich überzeugt davon, dass solange man mit vollem Herzblut dabei ist, diese Überstunden gerne leistet.

Hat Sie ein Projekt besonders begeistert?
Lucy Mortasini. Es wird immer kälter, die Luft riecht nach heissen Maronis und die Stadt ist voller Lichter. Die Weihnachtszeit steht vor der Tür. Doch wir sind bereits seit über acht Monaten an der Weihnachtskampagne für die Migros. Auch wenn ich von dieser Kampagne nur einen ganz kleinen Teil war und lediglich ein paar Flyer und Inserate erstellt habe, ist es nun ein unbeschreibliches Gefühl, diese Kampagne in jeder Migros-Filiale zu sehen. Meine Arbeit ist für so viele Menschen sichtbar und sie bewirkt etwas, dies macht mich unglaublich Stolz und zeigt mir, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe.

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22.11.17 / gp

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No-Go’s im Vorstellungsgespräch

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Wenn Sie an ein Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, haben Sie bereits vieles richtig gemacht. Nun ist es wichtig, dass Sie auch während des Interviews einen guten Eindruck hinterlassen. Dieser Eindruck ist nicht allein davon abhängig was Sie sagen, sondern auch wie Sie auftreten. Gewisse Fettnäpfchen sollten Sie dabei unbedingt vermeiden. Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor und lassen Sie diese No-Go’s aus.

Zu spät kommen
Rechnen Sie genug Zeit für den Anreiseweg ein. So kommen Sie entspannt beim Vorstellungsgespräch an und hinterlassen einen positiven Eindruck. Vermeiden Sie Ausreden wie: „Entschuldigung, die S-Bahn ist ausgefallen.“ Das kann zwar passieren, ist aber keine Begründung für Unpünktlichkeit.

Falsche Kleidung
Leger oder Formell? Das hängt von der Branche, dem Unternehmen und der Stelle ab. Halten Sie sich an den „Dresscode“ der Firma. Denn innerhalb der ersten Minuten entscheidet Ihr potentieller Arbeitgeber darüber, ob Sie eine Chance auf die Stelle haben oder nicht.

Schlechter Atem
Achten Sie auf einen frischen Atem. Verzichten Sie lieber auf eine letzte Zigarette vor dem Gespräch oder am Vorabend auf Knoblauch im Essen. Ein Kaugummi hilft aber Sie sollten ihn vor dem Gespräch entsorgen.

Ungenügende Vorbereitung
Bereiten Sie sich im Vorfeld auf das Gespräch vor und informieren Sie sich über das Unternehmen. Wenn Sie keine Fragen stellen, wirken Sie unmotiviert und desinteressiert. Vergessen Sie ihren Notizblock, einen Stift und die Bewerbungsunterlagen nicht.

Lügen erzählen
Ehrlich währt am längsten – auch beim Vorstellungsgespräch. Geben Sie keine falschen Angaben, denn spätestens in der Probezeit fliegen diese Lügen auf. Verschweigen Sie nicht wichtige Details bezüglich Beschäftigungs- und Ausbildungsdaten, Qualifikationen oder Nebentätigkeiten. Auch Lücken im Lebenslauf beschönigen ist gesetzlich gesehen nicht erlaubt.

Überheblichkeit
Erzählen Sie nicht aufschneiderisch über erbrachten Leistungen und verlieren Sie kein schlechtes Wort über Ihren früheren Arbeitgeber. Denn dies könnte den Eindruck erwecken, dass Sie auch über den zukünftigen Arbeitgeber später einmal schlecht reden werden. Bringen Sie vielmehr Ihre Stärken und Erfahrungen in Bezug mit den geforderten Qualifikationen und zeigen so auf, warum Sie die/der Richtige für die Stelle sind.

Wortkarg und Blackouts
Wecken Sie das Interesse Ihres Gegenübers indem Sie frei über sich und Ihre Qualifikationen sprechen. Beschränken Sie sich auf die wichtigen Eckpunkte. Eine gute Vorbereitung ist hier das A und O. Sie fühlen sich unwohl beim Sprechen, dann üben Sie zu Hause mit Freunden. Achten Sie darauf, dass Sie frei sprechen, aber nicht die Gesprächsführung übernehmen. Nehmen Sie ein angebotenes Getränk unbedingt an, denn bei einem Blackout verhilft Ihnen ein Schluck Wasser oder Kaffee zu einer nützlichen Verschnaufpause.

Übertriebene Forderungen
Ihre Gehaltsforderung sollte sich am Branchendurchschnitt orientieren. Verkaufen Sie sich nicht unter oder über dem Wert. Ein zu niedriger Gehaltwunsch verschafft Ihnen keine Vorteile und ein zu Hoher lässt Sie unglaubwürdig wirken. Und fragen Sie nicht schon beim Vorstellungsgespräch nach einem Firmenwagen oder anderen Zusatzleistungen. Solche Anliegen können zu einem späteren Zeitpunkt besprochen werden.

Ungünstiger letzter Eindruck
Vermasseln Sie nicht alles am Schluss des Gesprächs und drängen Ihren potentiellen Arbeitgeber zu einer Entscheidung. Bedanken Sie sich vielmehr für das informative Interview und erkundigen Sie sich, wenn nicht bereits besprochen, nach dem weiteren Vorgehen.

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04.10.2017 / gp

 

Mit Fragen punkten

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Früher oder später werden Sie in einem Vorstellungsgespräch aufgefordert, Fragen zu stellen. Dies muss Sie jedoch nicht nervös machen, sondern es ist eine Chance für Sie, Ihren Arbeitnehmer besser kennen zu lernen und einen hervorragenden Eindruck zu hinterlassen. Denn mit den richtig gestellten Fragen gelingt es Ihnen, sich an die Spitze der Bewerberliste zu katapultieren und möglichst viel über Ihre zukünftige Stelle zu erfahren.

Wer fragt gewinnt
Wenn Ihnen während dem Gespräch keine Fragen in den Sinn kommen, wird dies als Zeichen dafür gewertet, dass Sie sich zu wenig mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Damit dies nicht geschieht, sollten Sie sich im Vorfeld gut über Ihren vielleicht zukünftigen Arbeitnehmer und Ihre Stelle informieren. Eine gute Vorbereitung ist in diesem Falle die halbe Miete. Denn je besser Sie informiert sind, desto konkreter können Sie Fragen stellen und beantworten.

Mit folgenden sechs Fragen möchten wir Ihnen Inspiration und Anregung bieten, um beim nächsten Vorstellungsgespräch so richtig zu punkten:

1. Können Sie mir typische Aufgaben nennen, welche ich in meinem Berufsalltag antreffen würde?
Die meisten Aufgaben sind in der Stellenausschreibung erwähnt, doch einige Fragen bleiben offen. Stellen Sie diese Frage unbedingt und schaffen so allfällige Unklarheiten aus dem Weg. Sie dürfen auch explizit nach möglichen Herausforderungen fragen, die es zu lösen gibt.

2. Wie haben meine Vorgänger die Aufgaben erfolgreich gelöst?
Stellen Sie diese oder ähnliche Fragen, um zu erfahren, wie das Unternehmen Erfolg misst. So können Sie einerseits die Erwartungshaltung des Arbeitgebers abschätzen und auf der anderen Seite ist es Ihnen möglich zu überprüfen, ob Sie die nötigen Erfahrungen mitbringen.

Ein nützlicher Nebeneffekt: Vielfach lassen sich auch anhand der Antworten Rückschlüsse zur Unternehmenskultur ziehen. Denn oft ist es das Unternehmen, respektive das Umfeld, das eine Person dazu veranlasst, über ihre eigenen Grenzen zu wachsen.

3. Welche Projekte haben in nächster Zeit die höchste Priorität in dieser Position? Sie möchten bereits am ersten Tag einen guten Eindruck hinterlassen? Dann sollten Sie in Erfahrung bringen, auf welchen Aufgaben der Fokus liegt und somit Ihre Zielstrebigkeit und Ihre Fähigkeit zu priorisieren hervorheben.

4. Inwiefern hat sich die Position weiterentwickelt, seit sie erschaffen wurde?
Mit dieser Frage bringen Sie in Erfahrung, ob Aufstiegsmöglichkeiten bestehen oder ob es sich um eine Stelle handelt, die sich auch in nächster Zukunft nicht ändert. Sie entscheiden anhand Ihrer persönlichen Wünsche und Ziele, welches Szenario Sie anspricht.

5. Wird sich diese Stelle in Zukunft weiterentwickeln?
So können Sie es gleich von Anfang an auf den Punkt bringen und fragen, wohin Ihre Reise führt. Damit signalisieren Sie, dass Sie es sich durchaus vorstellen können, für längere Zeit in dem Unternehmen zu arbeiten.

6. Wie sehen die Strukturen im Unternehmen aus?
Interessiert es Sie zu wissen, ob ein Teamplayer gesucht wird oder ein Auftragsempfänger? Dann versuchen Sie möglichst viel über die Organisationsstruktur in Erfahrung zu bringen. Die Antworten auf diese Frage sagen viel über die Kultur im Unternehmen aus und ob die Entwicklung der Mitarbeiter als wichtiger Erfolgsfaktor angesehen wird.

Mit diesen Fragen gelingt es Ihnen sicherlich, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen und Sie werden viel über die vakante Stelle und das Unternehmen erfahren. Wenn Ihnen noch weitere Fragen durch den Kopf gehen, zögern Sie nicht diese während des Interviews zu stellen. Denn das Zitat von Johann Wolfgang von Goethe „Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts.“ trifft auch heute noch den Nagel auf den Kopf.
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09.09.2017 / gp

 

 

 

 

 

 

Das Sales Marketing Story – Quiz

shutterstock_378766312« Erzählen Sie mir von sich. Wer sind Sie ? » In fast allen Interviews wird in einer Form diese Frage auftauchen. Was ist die beste Antwort?

A: «  Ich bin 23 jährig, geboren und aufgewachsen in Aarau und habe 2 Hunde. Nach der Schule….

B: Gerechtigkeit ist mir wichtig. Daher habe ich mich für KV in Anwaltspraxis entschieden. Im Spital jedoch lernte ich sorgfältig und zeitnah für immer mehr administrative Aufgaben im Team die Verantwortung zu übernehmen. Nun nach Aufenthalt in Neuseeland bin ich bereit,  Korrespondenz in Englisch zu führen. Im Regionalspital sind die Möglichkeiten hierfür beschränkt und ich suche wieder eine Stelle im juristischen Umfeld, wo mein Herz schlägt und ich alle Erfahrungen einbringen kann.

Was ist eine Self Marketing Story?

A) In knapp einer Minute überzeugen Sie jemanden von sich und Ihren Fähigkeiten.

B) Das ist eine Online-Plattform, wo der Lebenslauf von Siri zu einer tollen Geschichte gesprochen wird.

Welche Struktur hilft, eine Marketings-Story aufzubauen?

A) Ihr Interviewpartner interessiert, was Sie können, warum Sie jetzt auf Stellensuche sind beziehungsweise was Ihre Motivation ist und ob sie beide zueinander passen.

a) DAS biete ich = Priorisieren Sie Fähigkeiten und Erfahrungen passend zu den in der Stellenausschreibung erwähnten und aufgelisteten Qualifikationen und Erfahrungen. Verdichten Sie Ihre Aufzählung und untermauern Sie durch Beispiele und erreichte Erfolge. Erfahren in…, Gewohnt zu…, Mit solidem Hintergrund in…

b) Darum JETZT = Warum sind Sie quasi bislang durchs Leben gegangen und haben Ihren Erfahrungsrucksack gefüllt, um nun an dieser Türe anzuklopfen ? Legen Sie einen roten Faden: Zu was wollten Sie schon immer beitragen oder welche Idee, Sache oder Branche unterstützen ? Wofür schlägt Ihr Herz ?

c) Darum will ich zu IHNEN = Warum genau interessieren Sie sich für dieses Unternehmen ?  Waren Sie schon immer in grossen Arztpraxen tätig und kennen sich am besten aus und fühlen sich wohl, wenn viel läuft ?

B)  Ich schaue mir die Website an des Unternehmens, wo ich mich bewerben will. Der Aufbau der Self-Marketingstory folgt dem Aufbau der Website. Zum Schluss sage ich, warum mir diese gefällt.


In Herausfordernden Zeiten braucht es die andere Zeit – siehe die Angebote für Unternehmen und Führungskräfte von Dr. Beatrice Sigrist- seit 15 Jahre erfahren als Beraterin und Coach: www.sigristcoaching.ch